Tauchen, Schneiden oder Steigen

Die meisten werden wissen, was sich hinter den Skatbegriffen verbirgt, dennoch soll am Anfang eine Begriffsklärung stehen.

Tauchen, manchmal auch Verweigern genannt, meint die Nicht-Übernahme eines möglichen Stichs. Damit muss entweder der gleiche Spieler noch einmal aufspielen oder der Spieler hinter dem dem „Taucher“ kann /muss den Stich übernehmen.
Schneiden meint die Übernahme einer Karte, ohne dabei die höchste Karte einzusetzen. Man schneidet, um später in einem  zweiten Stich der gleichen Farbe weitere Punkte einzusammeln. Das klassische Schneiden meint das Schneiden auf die 10.
Steigen meint das Gegenteil vom Schneiden. Man legt das As, um einen späteren Abstich der Karte in dieser Farbe zu verhindern.

Für den Alleinspieler ist die Frage oft wichtig, wenn er selber die entsprechende Farbe 3 x hat. Da Fehlfarben 7 x im Spiel sind, bleibt dann eine gerade Anzahl (4) übrig, die sich aber meist ungerade auf der Gegenseite verteilt. Und genau diese Karten werden besonders gerne aufgespielt.

Es liegt in der Natur der Sache, dass es in jedem einzelnen Spiel u.U. gleich mehrmals zu den beschriebenen Spielsituationen kommen muss.

Patentrezepte zum tauchen, steigen oder schneiden gibt es nicht. Aber es gibt allgemeine Hinweise, die an dieser Stelle aus der Perspektive des Alleinspielers gemacht werden können.

 

 

MH drückt die beiden Kreuz, spielt Herz und wird mit Karo Dame angespielt.

Allgemeine Hinweise

Das Thema betrifft am häufigsten Drillinge der eigenen Farbe. Dieser Drilling ist oft die Achillesferse des AS.
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Drilling angegriffen wird, ist im 1. Fehlstich am größten.
Die Frage nach Schneiden oder Steigen ist auch immer abhängig von dem konkreten Bild des Drilling: ASS, Dame, 9 ist deutlich stärker als ASS,7,8.
Es lohnt sich immer – insbesondere bei Reizungen am Tisch – die Drückung zu überdenken und ggf. das ASS des Drillings oder auch des Zwillings  blank zu stellen.

Was ist das Problem? - Das Beispiel Drilling mit Ass bei 6 Trumpf

Wenn es so etwas gibt wie das Standardspiel im Skat, dann sind das 6 Trumpf, ein Drilling und eine 10te Karte.

Das Problem entsteht z.B. in MH, wenn die Farbe des eigenen Drillings durch die Gegenpartei aufgespielt wird. Das passiert sehr häufig bereits im 1. Stich. Die Gegenpartei spielt dann entweder blank oder aus dem eigenen Drilling oder gar Vierling. Geschätzt in gut 60%+ aller Fälle ist das einfach die Verteilung. Kommt die Farbe auf den Tisch, muss man als Alleinspieler von dieser Verteilung ausgehen und sich entscheiden.

Tauchen ist nicht zu empfehelen, wenn man als AS in der Mitte sitzt. Dann sollte man schneien oder steigen. Wichtig für die Entscheidung, ob steigen oder schneiden:
1. Kann ich als AS den 2 -Trumpf-Mann aus dem Spiel nehmen (also Trumpf oben – unten spielen)?
2. Ist die 10te Karte ein Ass oder nicht?
Wenn Ja und Ja, spricht vieles für schneiden (also nicht das Ass legen). Wenn nein und nein, spricht vieles für steigen (also das Ass legen).

Was ist das Problem? - Das Beispiel Drilling mit 10 bei 6 Trumpf

In MH ist tauchen häufig besser. Die 10 zu legen, wenn die Farbe aufgespielt wird, ist häufiger falsch als richtig. Das liegt daran, dass der Spieler in HH i.a.R. nicht auf seinen Partner schneidet. Er wird also sein Ass legen, wenn er es hat. Und sehr oft wird die Farbe nun nachgespielt. Jetzt sitzte ich als AS in HH und sehe, was passiert.

Steckbrief

Besonders zu beachten

Steigen oder Schneiden sind Allerweltssituationen, die man nicht „lernen“ kann

 

Typische Erfolgsbarrieren

Weil man sie nicht lernen kann, glaubt nur an den Zufall

 

Der Lerneinstieg:

Zu Hause die jeweiligen Augenzahlen und Spielverläufe bei den Handlungsmustern miteinander vergleichen.

 

Bei-Spiel

Im Eröffnungsstich tauchen, schneiden oder Steigen?

Der AS in MH hat zwei Kreuz gedrückt, Herz angesagt und sieht vor sich im ersten Stich die Karo Dame. Was tun?

Muster 2

Nach Herz Ass im ersten Stich mit 14 Augen wird Kreuz im 2. Stich nachgespielt. Vor dem Alleinspieler in HH liegen Kreuz 8 und Kreuz König. Jetzt ist steigen i.a.R. besser als tauchen. Man kennt weder die Verteilung in Herz noch in Trumpf. Die Gefährdung vom Kreuz Ass scheint etwas fahrlässig.