Trumpfverwaltung

An dieser Stelle sprechen wir über die Trumpfverwaltung bei Standardspielen mit fünf oder mehr Trumpf. Für solche Spiele gibt es typische Abwicklungen. Welches Muster man als Alleinspieler wählt, hängt von den Zielen und den Vermutungen über den Kartenstand der Gegenpartei ab. Eine richtige und erfolgreichen Spielweise kann nicht automatisch definiert werden. Man kann richtig spielen und trotzdem verlieren und umgekehrt. Die optimale Spielweise Hängt zum Teil von dem Kartenstand bei der Gegenpartei ab.

Wenn die Gegenpartei keinen Trumpf mehr hat, wird die Sache für den Alleinspieler einfacher. Das erzeugt den Wunsch, möglichst schnell alle Trumpf aus dem Spiel zu bekommen. Das findet in dem Sinnspruch „Trumpf ist die Seele vom Spiel“ Ausdruck. Dennoch ist es oft nicht richtig, die Trumpf von oben zu ziehen.
Die eigene Spielweise hängt immer von der eigenen Trumpfzahl, der Trumpfstärke und der Fehlkarte ab. Wichtig ist die Frage nach den Verlusrisiken und Bedrohungen im Spiel. Das Reizverhalten und die Sitzposition spielen ebenso eine Rolle wie die Spielstärke am Tisch.

Für die Analyse und schrittweise Verbesserung kann man anfangs auf folgende Punkte achten:
1. Wie viele Punkte verliere ich voraussichtlich auf Trumpf? Ändert sich diese Punktzahl, wenn ich von oben oder von unten spiele?
2. Wie viele Punkte verliere ich in Fehl? Ändert sich diese Zahl, wenn ich meine Trumpf anders einsetze?
3. Wie groß ist die Bedrohung eines Abstichs meiner eigenen Vollen durch die Gegenpartei?

4. Wie groß ist das Risiko von Schmierungen?
5. Komme ich in Trumpf zu kurz, wenn ich Trumpf von unten spiele?

 

 

Bei dieser Karte in HH entscheidet der erste Trumpfstich den Spielgewinn.

Typische Trumpffolgen bei Sechs-Trumpf-Spielen

Hat der AS mindestens fünf Trumpf, wird er in aller Regel eine der folgenden Muster anwenden:

Unten – Unten – oben: Zum Beispiel, wenn er keine hohen Buben hat. 
Das Ziel: Der AS versucht, die beiden Trumpfstiche, die er abgibt, klein zu halten und sie ohne Schmierung hinter sich zu bringen.

Oben-Oben-Unten: Der AS nimmt eine Schmierung im 3. Trumpfstich in Kauf. Dafür erhofft er sich, dass nach drei Trumpfrunden die Gegenpartei keinen Trumpf mehr hat. 

Oben-Unten: Der As versucht, einen der beiden Spieler trumpffrei zu machen.

 

Steckbrief

Besonders zu beachten

Die Trumpfverwaltung hängt ab von…

den eigenen Trumpf
den Risiken im Spiel
den Alternativen

 

Typische Erfolgsbarrieren

Man realisiert nicht die Folgen einer anderen Eröffnung

 

Der Lerneinstieg:

Zu Hause üben, verschiedene Trumpfkonstellationen legen

 

Schäfer Video

Zum Thema Trumpf gibt es drei Videos von D. Schäfer bei You Tube

Beispiele für Standarderöffnungen mit Trumpf

Eröffnung von oben zur Sicherung eines Trumpfstichs

Bei diesem Karo wird man das Spiel mit dem Pik Buben eröffnen; die Alternative ist der Karo Bube. Bei einer Eröffnung von unten droht der Verlust von drei Trumpfstichen.

Eröffnung von oben zur Sicherung eines Trumpfstichs

Mit den beiden roten Buben und dem Ass in Kreuz wird man nicht mehr als zwei Trumpfstiche abgeben, wenn die Trumpf 3:2 stehen.

Eröffnung von oben zur Spielkontrolle

Bei dieser 3-Buben-Konstellation beginnt man sinnvollerweise immer mit dem Kreuz Buben und spielt danach den Karo Buben. Auch gegen vier Trumpf gibt man nur einen Trumpfstich ab.

Eröffnung von unten zur Klärung der Trumpfverteilung

In dieser Konstellation sieht man oft eine Bubeneröffnung. Sinnvoller ist eine Eröffnung von unten. Der erhoffte 1. Stich ist Trumpf 7-Trumpf Ass – Karo Bube oder auch Trumpf 7- Trumpf Lusche – Trumpf Ass.  Abweichungen von diesen Mustern sollten stutzig machen. Die Eröffnung von unten hat den Vorteil, dass man eine 4:1 Verteilung besser verteidigen kann als bei der Bubeneröffnung.

Eröffnung von unten zur Vermeidung von Schmierungen

Eine typische Karte für 2 x Trumpf von unten. Wenn die Trumpf 3:2 stehen, verliert man maximal 17 Augen in Trumpf, wenn man so spielt und behält die Kontrolle.