Schätzfrage: Wer spielt was?
Gewinnplan
Das Blatt lässt unterschiedliche Spielansagen zu. Gehen wir von einem „starren Gewinnplan“ aus, gibt es zwei plausible Spielansagen: Das ist der Grand oder das Pikspiel.
Bei einem „flexiblen Gewinnplan“wird man sich für das Karospiel entscheiden.
Die Spiele im Vergleich:
Gedrückt werden in allen Fällen die beiden Kreuzer (13).
Bei den beiden „starren“ Spielen ist der Gewinnplan ähnlich. In Herz werden zwei Stiche gemacht, dabei bekommen wir 24 Augen. Dazu kommen die 18 Augen in Karo. Das sind also 13 + 24 + 18 Augen = 55 Augen. Beim Grand brauchen wir (außerdem) also entweder verteilte Buben oder eine blanke Karo 10. Beim Pikspiel brauchen wir einen zusätzlichen beliebigen Stich in Kreuz für unseren Trumpf-König, dazu kommt der Kreuz Bube. In beiden Fällen würden wir 61 Augen erreichen.
Beim Karospiel wird man ebenfalls die beiden Herzstiche benötigen – man hat dann wieder 37 Augen. Danach wird die Lage etwas unübersichtlich. Ein Trumpfstich mit dem Buben bringt wahrscheinlich 7-9 Augen ein; das Trumpf Ass mit dem Kreuz König könnte evtl. schon reichen; auch der Pik König ist eine Zusatzoption, ebenso wie die Chance auf 28 Augen in Herz oder wenigstens 25.
Bevor man sich plausible Eröffnungen und Verläufe ansieht, eine kurzer Blick auf die Wahrscheinlichkeiten eines Sieges.
In allen Fällen benötigen wir die beiden Herzstiche. Herz muss als 3:2 stehen, was in knapp 70% eintreffen wird. Wesentlich größer kann die Gewinnwahrscheinlichkeit nicht werden; bei einem Abstich von Herz müssen schon einige günstige Umstände gleichzeitig zutreffen.
Neben dem Risiko in Herz haben wir beim Pikspiel und beim Grand noch das Karoproblem. In ca. 20% der Fälle stehen alle Karo auf einer Hand, auch in diesem Fall werden wir den Grand oder das Pikspiel wohl verlieren.
Ohne Reizgebot und in Vorhand bleibt das Spiel in vielen Situationen aber „gewinnbar“, man sollte sicherlich nicht einpassen (wir wissen ja nicht, was im Stock lag)
Nun ein Blick auf plausible Eröffnungen und Verläufe.
Beim Grand spricht die Statistik für den Bubenabzug im 1. Stich. Die Risiken in Karo und Herz auf einen Abstich werden so kleiner. Viele Spieler werden sich aber mit dem Kreuz Buben in der Hand besser fühlen und darum die 3 Vollen vorspielen. Spielt man Kreuz Buben und es fallen nur 4 Augen, bleiben drei kleine Extra-Optionen: Blanke Karo 10, 28 in Herz, Stich mit Pik König. Ansonsten ist der Grand ja ein 4-Stich- Spiel. 13 im Stock + 6 + 24 + 18 = 61.
Beim Pikspiel spielt man Trumpf von unten. Die Gegenpartei kann aus dem 1. Stich keine relevante Information gewinnen. Jeder Kreuz im 2. wird gestochen, die roten Farben werden bedient.
Nun muss der AS entscheiden, ob er die Zwischenzüge spielt oder noch mal Trumpf von unten.
Die Erfahrung spricht für die Zwischenzüge: 2 x Kreuz gelegt, Kreuz Eröffnung der Gegenpartei ohne Vollen bei nur 4 eigenen Trumpf… stinkt wie Fisch und riecht nicht nach symetrischer Verteilung in Kreuz. Das Risiko, dass nach Trumpf in Stich 3 in Stich 4 wieder Kreuz kommt und dann ein Herz oder Karo von der Gegenpartei abgeworfen ist, ist größer als man denkt. Der gleiche Gedankengang gilt auch für die roten Farben im 2. Stich.
Nach erfolgreichen Zwischenzügen wäre das Spiel entschieden: 13 gelegt + 4 Augen in Stich 2 + 24 in Herz + 18 in Karo + Kreuz Bube = 61
Bleibt das flexible Karospiel: Es spricht zunächst nichts gegen die Eröffnung mit der Trumpf-Lusche. Das Problem ist die Baustelle Pik mit den möglichen Abwürfen in Herz. Diese wird etwas kleiner, wenn man Trumpf oben / unten spielt. Das nimmt u.U. eine Abstichmöglichkeit. Diese Spielweise hätte zudem den (möglichen) Vorteil, dass bei Trumpf-Schmierung die Pik 10 geschmiert wird. Das würde unserem Pik König helfen. also z.B.
1. Kreuz 2 / x / x
2. Karo 7 / x / x
3. Herz 7 / Herz 11 / x
4. Karo 8 / Pik 10 / x
Auf der anderen Seite ist Trumpf von unten und in Abhängigkeit von Stich 2 Trumpf von oben ebenfalls möglich und sinnvoll.
Zum Abschluss die Auswertung der Datenbanken mit den unterschiedlichen Spielhäufigkeiten und Gewinnchancen. Man muss einschränkend dabei sagen, dass diese Karte wohl seltener gereizt wird. Nur bei passe / passe scheint das Verlustrisiko vertretbar. Von daher hilft die Auswertung nur bedingt.