Gläserne Karten: Wie man am besten Skat spielt

Müsste man beim Skatspiel als Alleinspieler seine Karten und den gedrückten Stock vor dem ersten Stich offen hinlegen, würden  viele Spiele verloren gehen. Gleiches gilt, wenn die Gegenpartei sich ihre Karten zeigen dürfte.

Umgekehrt hilft es dem Alleinspieler, den Kartenstand bei der Gegenpartei zu kennen und zu seinem Vorteil nutzen.

Man spielt offenbar umso besser Skat, je mehr man von der Kartenverteilung kennt.  Im Idealfall werden die Karten aller Spieler  gewissermaßen gläsern, daher der Ausdruck.

Die Frage ist: Wie schafft man das? Wie werden Karten gläsern?

Der erste und Schritt ist das „Karte klären“. Darunter versteht man die Sammlung und Interpretation aller  Informationen der ersten drei Stiche. Zwar ist die Kartenverteilung nach drei Stichen nicht zwangsläufig komplett klar, aber der Nebel lichtet sich. Und das reicht für die ersten Jahre aus.

 

 

Hier geht es zu einem typischen Beispiel. Einfach auf das Bild klicken.

So lernt man es

Lege bei jedem Spiel nach dem 3. Stich eine kurze Pause ein und beantworte dir folgende Fragen:

1. Wie waren die ersten drei Stiche?
Wenn du die erste Frage sicher beantworten kannst, kommt die 2.

2. Welche Partei hat welche Augenzahl erreicht?
Wenn du auch die 2. Frage sicher beantworten kannst, kommt die 3.

3. Welche Trumpf sind raus? Welche Buben und Trumpfvollen sind noch im Spiel?
Wenn auch die dritte Frage sitzt, kommt die 4.

4. Welche Fehl-Farben wurden gespielt? Welche Fehl-Volle sind noch im Spiel?

 

Der Sinn dieser Vorübung

Diese Übung ist eine Vorübung, wie sie im Sport typisch ist. Am Ende sollte die Karte des Alleinspielers bzw. der Kartenstand bei der Gegenpartei nach drei gespielten Stichen in etwa geklärt sein. Das verlangt aber viel Geduld. Je nach Spielhäufigkeit dauert es schon ein halbes Jahr, bis diese Vorübung immer klappt. Man wird in dieser Zeit das Gefühl haben,  „weniger gut“ zu spielen. Und man wird mit die gewonnenen Information anfänglich kaum verwerten können. Das macht nichts, die Verwertungen kommen. Spätestens bei den Damen.

Steckbrief

Besonders zu beachten

Gläserne Karten gelten als Königsdisziplin

„Karte klären“ ist ein wichtiger Zugang auf dem Weg dahin

Stiche merken ist eine strukturelle Veränderung und braucht darum Zeit und Geduld

 

Typische Erfolgsbarrieren

Man will zu schnell zu viel

Man gibt zu früh auf, weil man den Nutzen nicht erkennt

 

Der Lerneinstieg:

In jedem Spiel nach den ersten drei gespielten Stichen bewusst rekapitulieren

 

Spielverlust bei falscher Abwicklung

Gezeigt werden 2 typische Abwikclungsfehler und ihre Konsequenzen beim 5-Trumpf-Spiel

So sieht es nach etwas Übung aus…

Schmieren oder nicht?

Der Alleinspieler eröffnet das Kreuzspiel mit dem Kreuz Buben, wir legen in der Mitte unseren einzigen Trumpf, die Kreuz Dame, unser Mann in Hinterhand gibt Karo Buben dazu.

Nun kann man sagen: Es sind drei Trumpf draussen und der Alleinspieler hat sieben Augen gemacht.

Man kann aber auch sagen: Wo sind denn die drei Trumpf-Luschen?

Möglichkeit 1: Sie sitzen alle beim Alleinspieler

Möglichkeit 2: Unser Mitspieler hat zwar eine Trumpf-Lusche, wollte uns aber den Buben zeigen, weil er damit keinen Stich machen kann.

Möglichkeit 3: Der Karo Bube ist der kleinste Trumpf unseres Mitspielers.

Wenn nun im 2. Stich der Herz Bube aufgespielt wird, sollte man dann schmieren?

Welche Farben hat der Spieler?

In einem Kreuzspiel eröffent die Gegenpartei mit Karo 7, der Alleinspieler in der Mitte legt Herz 9 dazu, wir übernehmen mit Karo As. Welche Karte sollten wir zum 2. Stich aufspielen, um die „Karte zu klären“