Das Aufspiel

Mit dem ersten Stich verständigen sich die beiden Gegenspieler das erste Mal über den Kartenstand und mögliche Angriffe auf den Gegenspieler. Wir benötigen also eine möglichst signalstarke und eindeutige Karte, die unser Mitspieler auch verstehen kann. Die verschiedenen Aufspiele vermitteln unterschiedliche Signale und sind längst nicht immer eindeutig. Die jeweilige „Aussagekraft“  hängt z.B. auch vom Blatt des Mitspielers ab, der Reizung und der Position des Alleinspielers.

Aktuell wird niemand ersthaft widersprechen, wenn man das blanke Aufspiel in allen Lebenslagen favorisiert. Es hat sich derart durchgesetzt, dass man kaum noch anders kann als blank zu spielen. Aber man hat ja nicht immer eine blanke Karte.

Ein bekannter Merksatz zu Thema Aufspiel heißt: „Zum Freund kurz, zum Feind lang“. Das Ziel hierbei: Wenn ich im weiteren Spielverlauf hinter dem Alleinspieler sitze, dann ist es gut, wenn ich eine Farbe nicht mehr bedienen muss. Darum spielt man schon zu Anfang eine kurze Farbe, wenn mein „Freund direkt hinter mir sitzt“. Umgekehrt öffnet man die lange Farbe, wenn der Freund hinter dem Alleinspieler sitzt. Denn dann kann im Spielverlauf das gleiche Prinzip – mit umgekehrten Vorzeichen – anwenden.

Blank oder lang sind also zwei die ersten Möglichkeiten.

Bei der eigenen Karte spielt die Frage der eigenen Trumpflänge und -stärke, die Frage der Vollen in Fehl und die Länge der Fehlfarben eine Rolle.

Wenn man diese Faktoren einbezieht, wird man vielleicht auch mal ein Ass aufspielen oder unter dem eigenen Ass herspielen, aus der 3er Länge öffnen oder versuchen, eine 10 des Mitspielers in HH hoch zu spielen. Manchmal muss man tatsächlich „einfach ins Blatt greifen“.

Was man als Aufspieler beachten sollte – weil es  eigentlich immer „falsch“ wäre, sind die folgenden Punkte:
(1)Wenn der AS hinten sitzt, eröffnet man im ersten Stich nie eine Farbe, von der man selber nicht Ass oder zehn hat. Hat man eine solche Farbe nicht, spielt man eine Dame oder einen König.

(2) Wenn der AS in der Mitte sitzt, bietet man nie unnötige Augen an. Man spielt also von Bild / Lusche i.a.R. die Lusche und auch von Lusche / Bild / Bild

(3) Man spielt nie eine Lusche auf, wenn man in der Farbe nur die 2er Kombination As/Lusche hat

 

Die Darstellung unten zeigt in der Übersicht eine Auswahl von Aufspielkarten.

Sehr oft hört man am Skattisch nach einem Spiel „Wärst du anders rausgekommen…“ Manfred Quambusch pflegte zu sagen: „Das Aufspiel ist kein Sauerbraten. Man kann es nicht riechen.“

Vorhand hält die 33 von MH und wird Besitzer. Im Stock liegen Pik König und Pik Lusche, die beide wieder gedrückt werden. VH eröffnet mit Herz Bube. Er gewinnt durch ein „typisches Mißverständnis im Aufspiel“

Aufspiele 1. Stich AS in MH

Sinnvoll, wenn

Bewertung

Blankes Aufspiel

keine besondere Bedingung

Sieht man oft, Zielrichtung Trumpf trennen, Abwürfe ermöglichen, spätere Schmierungen, Karte klären, oft richtig, nie falsch

Aufspiel Ass

Ass ist blank oder man hat mindestens 2 Fehl Asse oder Ass und 10 und ggf weitere Karten der Farbe


Wegen der beliebten Split-Drückung kann eine Ass-Eröffnung gut sein. Hat man selbst einige Volle (3+) und gute Trumpf (2+ Stiche) , ist abzuraten.

Unterzug mit As vom Drilling oder Vierling

man in Trumpf schmieren kann, also selber kurz in Trumpf ist.

War früher eine der Standard Eröffnungen. Schlecht, wenn MH Split-Drückung gemacht hat

Unterzug vom Drilling oder Vierling mit der 10

keine

Standarderöffnung, bereitet Überstiche und Abwürfe vor

Aufspiel Lusche von Zwilling oder Drilling

Nur wenn man überhaupt keine andere Wahl hat.

Schwache Eröffnung, weil mißverständlich

Sitzt der AS im ersten Stich bereits in HH, verändern sich die Zielrichtung und die Aufspielkarten etwas.

Typische Ziele im ersten Stich – wenn der AS hinten sitzt – sind z.B. Farbe klären, Übergabe ermöglichen, Drilling des AS angreifen.

Auch hier eingie typische Aufspielvarianten, die man relativ oft sieht.

 

Typische Ausspiele im 1. Stich bei AS in HH

Kann sinnvoll sein bei

zu prüfen ist

Bewertung

Blankes Aufspiel

Immer (auch auf die Gefahr, dass es immer beim Skat nicht gibt)

Von As und 10

Hilft beim Klären der Karte

Wie viel Augen hat man in Trumpf und Fehl in der Hand

selten der beste Zug und manchmal schon die halbe Miete für den AS.

Ein eigenes Ass

Alle Fehl Asse in der Hand

Unterzug sinnvoller?

Wenn der AS kein Fehl Ass hat, dann hat oft eine 10 zu dritt, eine einzelne Lusche und sechs Trumpf oder sogar 7 Trumpf und einen Drilling. Das frühe Ass kann falsch sein.

Der Unterzug vom eigenen Ass

Farbe mindestens 3 x, besser 4 x

Komme ich im Spiel noch mal raus? Wie gut sind meine Trumpf?

War lange die "Standarderöffnung". Bleibt ein probates Mittel, das selten komplett falsch ist.

Aufspiel einer Lusche oder eines Bildes von der eigenen 10

10 mindestens zu 3

Keine

Ebenfalls eine der Standarderöffnungen

Aufspiel einer Dame von Dame / Lusche

Es gibt keine andere Lösung

villeicht von der eigenen 10 kommen, auch wenn diese nur zu zweit ist

Stellt nie eine Bedrohung dar, gibt fast kein Informationen - schlechteste Eröffnung, aber manchmal unvermeidbar

Steckbrief

Besonders zu beachten

Reizung, Sitzpostion und eigene Karte bestimmen das Ausspiel

Dem AS in MH lange Farben servieren, dem AS in HH kurze servieren

Blanke Karten sind immer erlaubt

 

Typische Erfolgsbarrieren

Man versucht besondere Lösungen statt solider Standards

 

Der Lerneinstieg:

Immer erst „falsche“ Lösungen ausschließen, Eröffnungen lesen lernen

 

Video von D. Schäfer

Skat-Taktik für Anfänger, Teil 1