Abstiche und Überstiche suchen
Im Bereich Risikobewertung war bereits beschrieben, dass Abstiche und Überstiche in Fehl für den AS zu den typischen Verlustrisiken gehören. Entsprechend vielfältig sind die Bestrebungen der Gegenpartei, dieses Ziel zu erreichen.
Grundsätzlich gilt: Damit es funktioniert, muss der AS im entscheidenden Moment in der Mitte sitzen.
Das Element wird mit unterschiedlichen Zielen angewandt:
1. Der AS verliert u.U. seine Vollen
2. Mein Mitspieler kann sich abwerfen oder überstechen
3. Wir bekommen die Trümpfe getrennt und können später schmieren
Der Weg dahin ist immer gleich. VH spielt eine Farbe auf, der AS in der Mitte muss bedienen oder stechen, der Mitspiler in HH kann abstechen, abwerfen, oder überstechen.
Hier einige typische Konstellationen, in denen man besonders achtsam sein sollte:
1. Wenn der AS im ersten Stich eine Farbe sticht, dann hat er u.U. in einer weiteren Farbe eine „Länge“, also z.B. einen Drilling. Die müssen wir suchen, sobald der AS in der Mitte sitzt. Darum ist es z.B. oft nicht erfolgreich, die erste Farbe erneut zu präsentieren (AS auf Stich setzen).
2. Interessant ist es, wenn der AS den ersten Fehlstich bedient und dabei kein ASS fällt. Man kann sich als Einsteiger merken: Man schneidet nicht auf den eigenen Mann. (Diese Regel wird im Spitzenskat sicherlich anders gesehen und gespielt, aber bis dahin ist ja noch Zeit). In der Praxis heißt das: Entweder der Aufspieler hat das Ass oder der AS hat mit dem Ass geschnitten. Das wäre dann zumindest ein Indiz für ein möglicherweise recht schwaches Spiel und ein ypischer Ansatz für den Versuch, Abstiche zu suchen.
3. Wenn der AS im ersten Stich in der Mitte sitzt und der Mitspieler spielt eine Farbe klein auf, von der man selber keinen Vollen hat, ist ebenfalls „Interesse“ angesagt.
4. Wenn mein Mitspieler offenbar sehr bewusst versucht, den AS in die Mitte zu bekommen und z.B. Karten unterwirft (= taucht), ist das ein typisches Signal für Farbe nachbringen.
Vorhand hat nach Stockaufnahme zwei Spielmöglichkeiten mit einem harten und einem weichen Gewinnplan. Erkennst du sie?
Steckbrief
Besonders zu beachten
Ein zentraler Angriffspunkt im Gegenspiel mit unterschiedlichen Zielen und ähnlichen Zugfolgen
Typische Erfolgsbarrieren
Eigentlich keine
Der Lerneinstieg:
Typische Kartenmuster lernen

